Pferd: Pferdefutter

Weitere Futterarten

Spezialfutter & Ergänzungen für optimale Versorgung.

Raufutter & Haltung

Basis der Pferdefütterung und Stallausstattung.

Pferdefutter: Kraftfutter-Auswahl, Fütterung & Tipps

Kraftfutter ergänzt das Grundfutter (Heu/Gras) bei erhöhtem Energiebedarf durch Arbeit, Wachstum oder Trächtigkeit. Hier erfährst du, welche Futtertypen es gibt, wie du Energie & Nährstoffe nach Leistung dosierst, worauf du bei Inhaltsstoffen achten solltest und wie sichere Lagerung gelingt. Tabellen, Rechenbeispiele und eine Checkliste unterstützen die Auswahl.

Hinweis: Fütterung individuell an Pferd, Haltung und Arbeit anpassen. Bei Stoffwechselerkrankungen tierärztlichen Rat einholen.


Kraftfutter-Typen im Überblick

Typ Energie Eigenschaften Für wen geeignet
Hafer Hoch Natürlich, leicht verdaulich, heizend Sportpferde, temperamentvolle Pferde (Vorsicht)
Gerste Mittel-hoch Energie ohne Hitzigkeit, aufgeschlossen füttern Kaltblüter, ruhige Pferde
Mais Sehr hoch Sehr energiereich, stärkereich Nur als Beimischung, Hochleistungspferde
Müsli Variabel Ausgewogen, mineralisiert, oft melassiert Freizeitpferde, Allrounder (siehe Müsli)
Pellets Variabel Staubfrei, kompakt, gut dosierbar Atemwegssensible Pferde, Senior (siehe Mash & Pellets)
Mash Niedrig Schonend, verdauungsfördernd, aufquellend Rekonvaleszenz, Senioren, Kolikanfälligkeit

Tipp: Raufutter ist Basis – siehe Raufutter für Heu- und Strohauswahl.


Energiebedarf nach Leistung

Freizeitpferd (leichte Arbeit)

  • Raufutter: 1,5–2 % Körpergewicht/Tag (z. B. 7,5–10 kg bei 500 kg).
  • Kraftfutter: 0,5–1 kg/Tag oder gar nicht – abhängig von Futterzustand.
  • Ergänzung: Mineralfutter (Ergänzungsfutter).

Sportpferd (mittlere bis schwere Arbeit)

  • Raufutter: Mindestens 1,5 % Körpergewicht.
  • Kraftfutter: 2–4 kg/Tag, auf 3–4 Mahlzeiten verteilen.
  • Höhere Anforderungen: Mehr Protein (10–12 %), Elektrolyte nach Training.

Senior, Zuchtpferd, Jungpferd

  • Senior: Leicht verdauliches Futter, eingeweichte Pellets, höherer Faseranteil (siehe Mash & Pellets).
  • Trächtige/Laktierende Stuten: Erhöhter Protein- & Energiebedarf, Calcium-Phosphor-Balance.
  • Jungpferde: Wachstumsfutter mit ausgewogenem Ca:P (≈ 2:1), moderate Energie.

Inhaltsstoffe & Qualitätskriterien

Wichtige Nährstoffe

  • Rohprotein: 8–14 % je nach Leistung; zu viel belastet Nieren.
  • Rohfaser: Mindestens 8–12 % für Verdauung.
  • Stärke & Zucker: Gesamt < 20 % bei stoffwechselsensiblen Pferden (EMS, Hufrehe-Risiko).
  • Fett: 2–6 %; hochwertige Öle liefern Energie ohne Hitzigkeit.
  • Mineralien: Ca:P-Verhältnis 1,5–2:1; ausreichend Magnesium, Selen, Zink.

Zusatzstoffe

  • Vitamine: A, D, E – besonders im Winter wichtig.
  • Präbiotika/Probiotika: Unterstützen Darmflora.
  • Kräuter: Natürliche Aromen, ggf. atemwegsfördernd.

Qualität erkennen: Frischer Geruch, keine Schimmelbildung, deklarierte Inhaltsstoffe, Chargenangabe.


Fütterungsregeln & Portionsgrößen

  1. Raufutter zuerst: Immer vor Kraftfutter – fördert Kautätigkeit & Speichelproduktion.
  2. Kleine Portionen: Max. 0,5 kg Kraftfutter pro Mahlzeit (Magengröße!).
  3. Mehrmals täglich: Mindestens 3–4 Mahlzeiten bei höherem Bedarf.
  4. Regelmäßige Zeiten: Feste Fütterungszeiten reduzieren Stress.
  5. Wasser immer verfügbar: Frisches Trinkwasser, besonders bei Getreide wichtig.

Rechenbeispiel (500 kg Sportpferd, mittlere Arbeit)

  • Raufutter: 8 kg Heu/Tag (1,6 % Körpergewicht).
  • Kraftfutter: 3 kg/Tag → 3× 1 kg oder 4× 0,75 kg.
  • Mineralfutter: 50–100 g/Tag (Ergänzungsfutter).

Futterwechsel: Schonende Umstellung

  • Tag 1–3: 75 % altes Futter / 25 % neues Futter
  • Tag 4–6: 50 % / 50 %
  • Tag 7–10: 25 % altes / 75 % neues
  • Tag 11–14: 100 % neues Futter

Beobachten: Kotbeschaffenheit, Fressverhalten, Koliksymptome. Bei Auffälligkeiten Tierarzt konsultieren.


Besondere Bedürfnisse

Stoffwechselerkrankungen (EMS, Cushing, Hufrehe)

  • Zucker- & stärkereduziert: Spezialfutter < 10 % Zucker+Stärke.
  • Hoher Faseranteil: Heucobs, Esparsette, Luzerne.
  • Kein Hafer, kein Mais: Energiequelle über Fett (Öle).

Atemwegsprobleme

  • Staubfreies Futter: Pellets, eingeweichte Heucobs (siehe Mash & Pellets).
  • Qualitativ hochwertige Raufutter: Staubarmes Heu (Raufutter).

Lagerung & Haltbarkeit

  • Trocken & kühl: In Futtertonnen mit Deckel, vor Feuchtigkeit schützen.
  • Dunkel lagern: Vitamine sind lichtempfindlich.
  • Schädlingsschutz: Mäuse-/rattensicher verschließen.
  • Verbrauch: Angebrochene Säcke binnen 6–8 Wochen verbrauchen.
  • Kontrolle: Regelmäßig auf Schimmel, Geruch, Ungeziefer prüfen.

Ausstattung: Futtertonnen, Schaufeln, Eimer – siehe Pferdezubehör.


Häufige Fehler vermeiden

  • Zu viel Kraftfutter auf einmal → Kolikgefahr, Hufrehe-Risiko.
  • Raufutter vernachlässigen → Magengeschwüre, Verhaltensstörungen.
  • Unregelmäßige Fütterung → Stress, Verdauungsprobleme.
  • Zu schnelle Futterumstellung → Kolik, Durchfall.
  • Schlechte Lagerung → Schimmel, Nährstoffverlust, Vergiftungsgefahr.
  • Futter nach Augenmaß → Über- oder Unterversorgung; besser wiegen.

Checkliste: Kaufkriterien Pferdefutter

  • Leistungsangepasst: Energie & Protein passend zu Arbeit (Freizeit/Sport/Senior).
  • Inhaltsstoffe transparent: Rohprotein, Rohfaser, Zucker+Stärke, Ca:P-Verhältnis deklariert.
  • Qualität: Frischer Geruch, keine Schimmelbildung, Chargenangabe.
  • Stärke & Zucker: < 20 % bei Stoffwechselsensibilität, < 10 % bei EMS/Hufrehe.
  • Mineralien & Vitamine: Ausgewogen; ggf. Ergänzungsfutter nutzen.
  • Futterform: Hafer, Müsli (Müsli), Pellets (Mash & Pellets) je nach Bedarf.
  • Portionsgröße: Max. 0,5 kg/Mahlzeit, mehrmals täglich füttern.
  • Raufutter-Basis: Mindestens 1,5 % Körpergewicht Raufutter täglich.
  • Lagerung: Trockene, kühle, schädlingssichere Futtertonne.
  • Umstellung: Langsam über 7–14 Tage, Verdauung beobachten.

Häufig gestellte Fragen